Historie | 1. Gelnhäuser Fußball Club 03 e.V.

Wechselvolle sportliche Geschichte

Auf— und Abstiege des 1. FC 03 Gelnhausen

1906/1907 Gaumeister in der C-Klasse: Aufstieg in die B-Klasse
1919 nach dem1. Weltkrieg Zuteilung zur A-Klasse
1925/26 Meister der A-Klasse: Aufstieg in die Kreisliga Ostmain
1931 Zuteilung zum Mittelmainkreis
1934 Abstieg in die A-Klasse
1938 Neuorientierung der Spielklassen: Zuteilung zur Bezirksklasse
1949/50 Meister der A-Klasse Gelnhausen: Aufstieg in die BezirksklasseFrankfurt-Ost (später 2. Amateurliga Hessen)
1958/59 Abstieg in die A-Klasse Gelnhausen
1966/67 Meister der A-Klasse Gelnhausen: Aufstieg in die BezirksklasseFrankfurt-Ost
1972/73 Abstieg in die A-Klasse Gelnhausen
1974/75 Abstieg in die B-Klasse Gelnhausen
1979/80 Meister der B-Klasse: Aufstieg in die A-Klasse
1990/91 Meister der Bezirksliga Gelnhausen (vorher A-Klasse): Aufstieg in dieBezirksoberliga Frankfurt-Ost
1992/93 Abstieg in die Bezirksliga Gelnhausen
1996/97 Abstieg in die Kreisliga A Gelnhausen
1998/99 Meister der Kreisliga A: Wiederaufstieg in die Bezirksliga Gelnhausen
2008/09 Abstieg in die Kreisliga A Gelnhausen
2010/11 Aufstieg in die Kreisoberliga Gelnhausen
2011/12 Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt-Ost

 

Chronik des 1. Gelnhäuser Fußballclubs 03

Die Zeit vor den Kriegen

Als der Fußball um die Jahrhundertwende seinen Einzug in Deutschland hielt, war das, was wir heute Volkssport nennen und das Woche für Woche die Massen elektrisiert, noch in weiten Kreisen der Bevölkerung unbekannt oder verpöhnt.

Trotzdem fanden sie in Gelnhausen 12 junge Männer zusammen, die sich dem Fußball
verschrieben. Sie gründeten am 1. Juli 1903 den ,,FC Germania Gelnhausen’.

Das Kreisblatt schrieb damals: ,,Hier hat sich ein neuer Sportverein, ein Fußballclub,gebildet,
welchem bis jetzt 12 Mitglieder angehören. Derselbe hat unterhalb der Lohmühle für die
Abhaltung seiner Übungen ein Wiesengrundstück erworben. Das Fußballspiel, das wie kein
anderes zur Geselligkeit und Biegsamkeit aller Glieder erzieht, hat demnach auch hier einen
Anhängerkreis gefunden. der sich hoffentlich bald vergrößern wird”.

Das erste größere Spiel gegen eine auswärtige Mannschaft fand am 23. Oktober 1903 gegen
den Offenbacher Club 1899 mit einer katastrophalen Niederlage von 24 : 2 statt. Es fehlte
eben noch an Erfahrung und Technik. Tm darauf folgenden Jahr gab es gegen den selben
Verein nur noch ein 3 : 7. Nach tüchtigem Üben zeigten sich Verbesserungen.

In der Spielrunde 1906/07 errang die erste Mannschaft aber bereits die Gaumeisterschaft in
der C-Klasse und spielte ab der neuen Saison in der B-Klasse.
In dieser Zeit muss wohl auch der zweite Gelnhäuser Fußballverein, der FC Borussia
Gelnhausen (gegründet 1904, Spielort Kiosterwiese. etwa heutiges Freibad) im FC Germania
aufgegangen sein.

Im Gelnhäuser gesellschaftlichen Leben hatte sich der FC einen festen Platz erworben. Im
Jahre 1914 wurde der Aufbau des Vereins durch den 1. Weltkrieg jäh unterbrochen.
nach dem Krieg 1918 wieder zusammen und begannen erneut mit dem Spielbetrieb. Neue
Kräfte kamen hinzu und bald waren die Wunden geheilt. Großen Wert legte man nun vor
allem auf die Ausbildung der Jugend.

Der seitherige Name des Fußballclub Germania wurde in 1. Gelnhäuser Fußballclub 03
geändert.

In all der Zeit fanden sich immer wieder Männer. die sich der Jugendarbeit widmeten. So
blieb es nicht aus, dass die Jugendmannschaft bald schöne Erfolge erzielte. Unter anderem
errang sie die Jugendgaumeisterschaften 1923/24 und 1924/25.
Die Mitgliederzahl wuchs in jenen Jahren auf 400 an.

In der Spielzeit 1925/26 gelang der 1. Mannschaft durch Erringung der A-Meisterschaft

der Aufstieg zur Kreisliga im Ostmainkreis. Gelnhausen war dort alljährlich unter den

Spitzenmannschaften zu finden

Im Jahre 1931 wurde der 1. .GFC 03 dem Mittelmainkreis zugeteilt. Leider erfolgte 1934

der Abstieg aus dieser spielstarken Liga in die A-Klasse.

Ab dem Jahre 1936, als Gelnhausen Garnison wurde. veränderte sich das Mannschafts-

bild stark, denn die hier stationierten Soldaten nahmen am Spielbetrieb teil. Anlässlich

des Kommers zum 35-jährigen Vereinsjubiläum 1938 war es die freudigste Überraschung,

dass die Mannschaft ab der kommenden Saison der Bezirksklasse zugeteilt wurde.

Nicht lange währte die Freude, da brach der 2. Weltkrieg aus. Aktive und Jugendliche

des Vereins wurden eingezogen. Der damalige Vorsitzende Karl Saamer musste zur

Wehrmacht und der alte Fußballpionier Hch. Bellinger sen. übernahm die Führung des

Vereins während der schweren Kriegsjahre. Bis 1942 konnte noch gespielt werden, dann

wurden auch die jüngsten Jahrgänge eingezogen und der Spielbetrieb musste eingestellt

werden.

Der Neuaufbau nach 1945 und die glücklichen fünfziger Jahre

Trostlos war die Zeit nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Alles war zerschlagen. Alle

Strukturen zerstört.

Die Besatzungsmacht verbot vorerst jegliche Gruppenbildung. Die Menschen—vor allem die

Jugend — wollte wieder Sport treiben. Auf Anordnung der Militärbehörde durfte ab 1946 in

Gelnhausen nur ein Sportverein sportliche Aktivitäten durchführen. Alle Sportarten in einem

Verein! Es zeigte sich aber bald, dass der Zusammenschluss sich nicht halten konnte. . Bereits

im Jahre 1947 löste sich der Turnverein aus dem Sportverein heraus. Wenig später verkündete

der FC seine Selbständigkeit

Aufgrund eines Verbandsbeschlusses musste der FC in der A-Klasse beginnen. Die erste.

Mannschaft. die nach dem Krieg den Spielbetrieb aufnahm, war eigentlich eine AH-

Mannschaft. Nach und nach kamen Spieler aus der Gefangenschaft nach Hause. Zusammen

mit Zugezogenen wurde die Mannschaft schnell verjüngt und entwickelte sich zu einem

Spitzenteam seiner Klasse. In der Saison 1948/49 belegte der Verein den 2. Tabellenplatz mit

nur einem Punkt Rückstand auf den Ersten. Im Juni 1949 wurde der Dipl. Turn- und

Sportlehrer Kurt Seitz als Trainer verpflichtet. Mit ihm begann eine neue Ara, ein neuer

Abschnitt in der sportlichen Entwicklung des 1. GFC 03. Trainer Seitz arbeitet akribisch und

zielbewusst und schon nach kurzer Zeit stellten sich die Erfolge ein. Hervorragende Spieler

standen ihm zu Verfügung bzw. bildete er aus: Grauel, Thulen, Hombach, Rühl. Paulmichel,

Vorsatz, Junge, Becker, Kistner, Köppke, später kamen noch hinzu: Süssenguth. Picha und

Knobloch. Schon in der Spielzeit 1949/1 950 wurde die Mannschaft nach einem dramatischen

Finale durch einen 2 : 0 — Sieg Meister der A-Klasse und stieg damit in die Bezirksklasse —

Frankfurt-Ost auf. Im Meisterschaftsjahr wurde diese Mannschaft gleichzeitig

Bezirkspokalmeister.

Der 1. FC 03 Gelnhausen war in den ersten Jahren seiner Zugehörigkeit immer in der

Spitzengruppe der Bezirksklasse zu finden. Leider konnte er nie die Meisterschaft erringen.

In der Saison 1951/52 verdarb ausgerechnet der Nachbar Melitia Roth dem FC die

Meisterschaft, als er den Barbarossastädtern im letzten Spiel ein 1 : 1 abtrotzte.

Auch im Pokal blieb der Mannschaft der ganz große Erfolg versagt. Nach spektakulären

Siegen — auch gegen höherklassige Vereine – unterlag die Mannschaft im Endspiel um den

Hessenpokal 1952 gegen Oberursel unglücklich in der Verlängerung mit 1: 3.

Zu der etablierten Mannschaft kamen im Laufe der nächsten Jahre aus dem eigenen

Nachwuchs immer wieder neue Spieler hinzu. Was ein Beleg für die gute Jugendarbeit war,

denn mehrere A- und B-Jugendmannschaften wurden damals Kreis- und Bezirksmeister.

So konnte auch der Weggang von Heinz Grauel 1952 zu den Offenbacher Kickers

kompensiert werden. Als aber die Top-Talente Hardy Schymik, Dieter Stinka und Ernst

Gunne den Verein Richtung Frankfurt zur Eintracht und zum FSV verließen, war der Abstieg

in der Saison 1958159 abzusehen.

Wechselvolle sportliche Geschichte von 1959 bis 2012

Mit vielen jungen Spielern begann nach dem Abstieg 1958/59 der Neuaufbau.

Aber erst in der Saison 1966/67, nachdem man in den Jahren zuvor fast immer in der

Spitzengruppe der A-Klasse rangierte, gelang die Meisterschaft und damit der Aufstieg in die

Bezirksklasse. In der höheren Spielklasse musste sich der FC erst zurecht finden. Von den

ersten 8 SPIELEN IN DER Saison 1967/68 gingen 7 verloren, sodass die Mannschaft auf dem

letzten Tabellenplatz lag. Aber durch intensives Training gelang es schließlich aus dem

Tabellenkeller heraus zu kommen, und am Ende der Runde konnte noch der 4. Tabellenplatz

belegt werden. Aber Querelen im Verein. Rücktritte und Neubesetzungen, verbunden mit

ständigen Wechseln, brachten viel Unruhe in den Verein, was sich auch auf die sportlichen

Erfolge auswirkte. Trotz guter Leistungen und einem aufreibenden Abstiegskampf. konnte die

1. Mannschaft den Klassenerhalt nicht sichern und stieg im Jubiläumsjahr 1973 wieder in die

A-Klasse ab

Da es nicht gelang, Kontinuität in den Verein zu bringen und zudem mehrere Spieler den

Verein verließen war letztendlich die Konsequenz der bittere Abstieg in die B-Klasse in der

Spielzeit 1974/75.

Erst in der Saison 1979/80 hatten sich Verein und Mannschaft so weit konsolidiert, dass der

Wiederaufstieg in die A-Klasse gefeiert werden konnte.

Es bedurfte weiterer 10 Jahre und vieler Spieler- und Trainerwechsel bis 1990/91 endlich

wieder der Aufstieg in die Bezirksklasse. die jetzt Bezirksoberliga Frankfurt-Ost hieß. gefeiert

werden konnte.

Niemand hatte geglaubt, dass bereits im Spieljahr 1992/93 der Weg zurück in die Bezirksliga

Gelnhausen (vorher A-Klasse) angetreten werden musste. Es sah zunächst auch gar nicht

danach aus, denn der FC 03 konnte rein spieltechnisch mit den anderen Mannschaften

mithalten. Am Ende stand der Verein mit 29 : 39 Punkten als Absteiger fest.

Im Jubiläumsjahr 1993, also in der Saison !993/94, sah es wiederum für den Verein nicht zum

Besten aus. Viele Verletzungen und eine eklatante Abschlussschwäche führten dazu, dass der

FC Gelnhausen wie schon öfters in seiner Vereinsgeschichte um den Klassenerhalt bangen

musste.

Die Geschichte wiederholte sich: wie schon vor 22 Jahren erfolgte 1997 der Abstieg in die

Kreisliga A (früher B-Klasse). Diesmal mussten die Anhänger des FC auf den Aufstieg aber

nicht so lange warten wie in den siebziger Jahren. Der FC wurde 1998/99 Meister der

Kreisliga A und stieg in die Bezirksliga Gelnhausen (früher A-Klasse) auf.

Die wechselvolle Geschichte der Gelnhäuser Fußballer mit Auf- und Abstiegen setzte sich

auch im neuen Jahrtausend fort: 2008/2009 erneuter Abstieg in die Kreisliga A, 2010/2011

Wiederaufstieg in die Kreisoberliga Gelnhausen (neue Bezeichnung für die frühere

Bezirksliga Gelnhausen) und 2011/2012 Meister dieser Klasse und Aufstieg in die

Gruppenliga Frankfurt-Ost, wo die Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten die Runde

2012/2013 mit einem sicheren Platz im Mittelfeld der Tabelle abschloss.